
“Lebens(t)räume” in Esslingen a.N.
Im Rahmen der Protestaktion für die Rechte von Menschen mit Behinderung hat der Atoll e.V. in Kooperation mit dem Stadtjugendring Esslingen die Ausstellung „Lebens(t)räume“ eröffnet. Bis zum Schwörfest am 6. Juli verwandelte sich das ehemalige Modehaus Kögel in einen offenen, inklusiven Ausstellungsraum. Ziel des Kunstprojekts ist es, die Menschen hinter dem Rollstuhl sichtbar zu machen und ihre Persönlichkeit, ihren Charakter sowie ihre individuellen Lebensentwürfe in den Mittelpunkt zu stellen. Ein herzlicher Dank gilt Herrn Kögel, der die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt und das Projekt engagiert begleitet hat.
Das Fotoprojekt des Stuttgarter Künstlers Stefan Heilemann zeigt die Bewohnerinnen der Atoll-Wohngemeinschaften jenseits ihrer körperlichen Einschränkungen – einfühlsam, persönlich, humorvoll und nahbar. In den aufwändigen Shootings konnten die Teilnehmerinnen in unterschiedliche Rollen schlüpfen und sich so inszenieren, wie sie sich selbst wahrnehmen oder schon immer einmal sehen wollten, etwa als Astronaut, als DJ oder an einem tropischen Strand. Die phantasievolle Nachbearbeitung machte aus den Fotografien individuelle Kunstwerke, in denen sich die Modelle mit großer Begeisterung wiedererkannten.
Begleitend zu dem Fotoprojekt entstand gemeinsam mit dem ebenfalls aus Stuttgart stammenden Künstler Björn Springorum ein dokumentarischer Film über den Alltag in den Wohngemeinschaften und die Wege der Bewohnerinnen durch ihren Sozialraum. Unaufgesetzt, behutsam und bei aller Ernsthaftigkeit leicht und höchst individuell begleiten die Filmemacher sechs Bewohnerinnen auf ihren Wegen durch Heilbronn. Der Film wurde im Rahmen der Ausstellung am Mittwoch, 18. Juni, im Modehaus Kögel gezeigt und regte zu intensiven Gesprächen und neuen Perspektiven an.
Den Abschluss der Ausstellung bildete die Finissage am 3. Juli. In diesem Rahmen besuchte auch das Mimamo, ein inklusiver Treff des Stadtjugendrings Esslingen, die Ausstellung. Der gemeinsame Austausch unterstrich noch einmal eindrücklich, wie Kunst Begegnungen ermöglicht und als verbindendes Element zwischen unterschiedlichen Lebensrealitäten und gesellschaftlichen Gruppen wirken kann.


































